„Die reinen Baukosten für die Reaktivierung sollen rund 43,5 Millionen Euro betragen. Dieser Kalkulation liegen allerdings Preise von 2016 zugrunde. Hinzu kommen Ausgaben für die Bahnfahrzeuge und den Betrieb der Strecke. Zu deren Höhe machten die Planer keine Angaben. Experten gehen realistisch von einer Investitionssumme in Höhe von 100 Millionen Euro aus“, sagte der Fraktionsvorsitzende Peter Hartmann während der Kreistagsdebatte.
Hartmann führte weiter aus, dass der von den Planern ermittelte Nutzen-Kosten-Faktor mit 1,09 nur sehr knapp über dem Mindestförderanspruch liege. Aus Straßenbauprojekten sei bekannt, dass z.B. Greenpeace regelmäßig den niedrigen Schwellenwert von 1 kritisiert, da Baupro-jekte dann als wirtschaftlich dargestellt werden, obwohl der errechnete Nutzen nur minimal über den Kosten liegt.
„Eine Studie zu Nutzen-Kosten-Faktoren sagt aus, dass bei einem Faktor von 5,2 eine Maßnahme als sehr wirtschaftlich gilt. Hiervon sind wir bei der aktuellen Studie weit entfernt“, machte Peter Hartmann deutlich.
Das Land Hessen und der Rhein-Main-Verkehrsverbund seien zudem zurückhaltend und würden für das Projekt keine hohen Prioritäten sehen.
Darüber hinaus sind Teile der ehemaligen Bahntrasse in Lohra bereits überbaut, ein asphaltierter Rad-Wirtschaftsweg müsste verlegt werden. Die Parkplätze der Feuer-wache sowie private bzw. gewerbliche Flächen wären ebenfalls betroffen.
Auch sieht die CDU-Fraktion durch die erfolgten städtebaulichen Entwicklungen entlang des ehemaligen Trassenverlaufs in den vergangenen Jahrzehnten eine nicht zu unterschätzende Belastung durch Lärmemissionen im Falle einer Bahnreaktivierung.
Der zuständige Dezernent Peter Neidel unterstrich diese Haltung und fügte hinzu: „Die Kosten für weitere Planungsschritte wären zur Zeit alleine vom Landkreis zu tragen. Einen solchen Alleingang halte ich nicht für sinnvoll. Wer das dennoch möchte, mag bei der nächsten Haushaltsaufstellung Mittel für die Planung der Salzbödebahn beantragen. Ich halte es für sinnvoller, das Geld in unsere Schulstandorte zu investieren.“
Zur Ohmtalbahn wurde klar, dass die Ergebnisse aus der Machbarkeitsstudie Mitte/Ende dieses Jahres erwartet werden. Diese gelte es abzuwarten, bevor über die weitere Vorgehensweise entschieden werden kann.


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